{"id":1174,"date":"2009-06-05T21:37:23","date_gmt":"2009-06-05T19:37:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.daten-speicherung.de\/?p=1174"},"modified":"2009-07-11T11:26:30","modified_gmt":"2009-07-11T09:26:30","slug":"kunstausstellung-all-eyes-on-you-zum-thema-ueberwachung-in-mainz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.daten-speicherung.de\/index.php\/kunstausstellung-all-eyes-on-you-zum-thema-ueberwachung-in-mainz\/","title":{"rendered":"Kunstausstellung &#8222;All eyes on you&#8220; zum Thema &#220;berwachung in Mainz"},"content":{"rendered":"<p>Industriell und kalt wirkt die Atmosph&#228;re in den abgedunkelten R&#228;umen der Kunstausstellung <a href=\"http:\/\/www.all-eyes-on-you.de\/\" target=\"_blank\">&#8222;All eyes on you&#8220;<\/a> zum Thema &#8222;&#220;berwachung&#8220;. Im Alten Weinlager im Zollhafen Mainz (Haltestelle: Feldbergplatz) hat der Frankfurter K&#252;nstler <a href=\"http:\/\/www.gschrey.org\/\" target=\"_blank\">Raul Gschrey<\/a> verschiedene Exponate zusammengestellt, die sich vor allem mit der massenhaften Video&#252;berwachung im &#246;ffentlichen Raum auseinandersetzen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.daten-speicherung.de\/wiki\/images\/2\/2b\/Ausstell1.jpg\" alt=\"\" hspace=\"2\" vspace=\"2\" width=\"225\" height=\"165\" align=\"right\" \/>Der Besucher kann sich in die Perspektive der &#220;berwacher versetzen, er kann sich selbst filmen lassen und dabei visuelle Effekte begutachten. Er kann sich auch echte Videoaufnahmen von &#220;berwachungskameras anschauen, w&#228;hrend direkt auf einem benachbarten Monitor wechselnde Zitate des Wachpersonals wie &#8222;Man handelt je nachdem, was man f&#252;r einen Wachauftrag bekommt \u2013 was der Hausherr anordnet&#8220; oder &#8222;Die Leute wissen nicht, dass sie beobachtet werden, wie soll man das merken&#8220; liest. Eine gro&#223;e Leinwand zeigt Fotos zum Thema Video&#252;berwachung, die zum Nachdenken anregen. Direkt am Eingang stellen sich einem die Buchstaben &#8222;SEE&#8220; wie ein Denkmal in den Weg.<\/p>\n<p>Nachdem die Ausstellung bereits in Frankfurt am Main und Potsdam gezeigt wurde, ist nun die rheinland-pf&#228;lzische Landeshauptstadt an der Reihe, in Planung sind ferner Hamburg, Leipzig und Luxemburg. Die Besucher sollen &#252;ber das Thema &#220;berwachung nachdenken, mit welchem Ergebnis auch immer, so das Anliegen Gschreys. Die Inspiration zu der ungew&#246;hnlichen Ausstellung sei dem studierten Kunstp&#228;dagogen vor allem im Zusammenhang mit der ausufernden Video&#252;berwachung in London gekommen, wo davon ausgegangen wird, dass jeder B&#252;rger 200 mal t&#228;glich von &#246;ffentlichen Videokameras erfasst wird. Im digitalen Zeitalter sei dar&#252;ber hinaus zu bedenken, dass &#220;berwachungsvideos beliebig &#252;bermittelt, vervielf&#228;ltigt und automatisiert ausgewertet werden k&#246;nnten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.daten-speicherung.de\/wiki\/images\/c\/c4\/Ausstell2.jpg\" alt=\"\" hspace=\"2\" vspace=\"2\" width=\"225\" height=\"167\" align=\"right\" \/>Die Meinungen der Besucher, mit denen sich Gschrey gern auch aktiv unterh&#228;lt, zum Thema &#220;berwachung seien ganz unterschiedlich. Vor allem habe Gschrey aber festgestellt, dass im Allgemeinen erstaunlich wenig &#252;ber &#220;berwachung, ihre Ausma&#223;e und deren Konsequenzen nachgedacht werde, wenn die Besucher nicht explizit darauf aufmerksam gemacht w&#252;rden.<\/p>\n<p>Im Vorfeld der Ausstellung f&#252;hrte Gschrey au&#223;erdem Au&#223;enaktionen durch, von denen Bilder gezeigt werden. So wickelte er sich vor der Kamera des Polizeipr&#228;sidiums selbst mit Klebeband ein, bis er sich selbst nicht mehr bewegen konnte. Ein anderes Mal klebte er in der &#214;ffentlichkeit alle von Videokameras erfassten Bereiche mit Klebeband ab. Daraufhin habe ihn ein Verantwortlicher gefragt, ob er von den Stadtwerken komme, was er bejahte, schlie&#223;lich m&#252;ssten die Passanten doch wissen, wann sie gefilmt w&#252;rden. Dies leuchtete dem Angestellten nach einigem &#220;berlegen auch ein und er ging wieder seiner angestammten T&#228;tigkeit nach. Oftmals seien Passanten erst durch Gschreys Kunstaktionen auf die Video&#252;berwachung aufmerksam gemacht worden und es sei dann zu Gespr&#228;chen gekommen. Auch f&#252;r die aktuelle Ausstellung plant Gschrey wieder an mehreren Tagen spektakul&#228;re Au&#223;eneins&#228;tze in Mainz.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.daten-speicherung.de\/wiki\/images\/3\/37\/Ausstell3.jpg\" alt=\"\" hspace=\"2\" vspace=\"2\" width=\"225\" height=\"166\" align=\"right\" \/>Neben der Ausstellung selbst, die vom 5. bis 20. Juni offen steht, plant Gschrey am 10. Juni einen Filmabend mit anschlie&#223;ender Diskussion und am 13. Juni einen Poetry-Slam, f&#252;r den sich noch Teilnehmer anmelden k&#246;nnen, jeweils zur gleichen Thematik.<\/p>\n<p>Der Eintritt zur Ausstellung, die vom Land Rheinland-Pfalz gef&#246;rdert wird, ist frei. Informationen stehen auf der <a href=\"http:\/\/www.all-eyes-on-you.de\/\" target=\"_blank\">Internetseite<\/a> bereit. Ein Interview mit Gschrey plant nach eigenen Angaben das S&#252;dwestfernsehen am Samstag um 19.15 Uhr im Rahmen der Sendung &#8222;Landesart&#8220;.<\/p>\n<p>Jonas<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Industriell und kalt wirkt die Atmosph&#228;re in den abgedunkelten R&#228;umen der Kunstausstellung &#8222;All eyes on you&#8220; zum Thema &#8222;&#220;berwachung&#8220;. Im Alten Weinlager im Zollhafen Mainz (Haltestelle: Feldbergplatz) hat der Frankfurter K&#252;nstler Raul Gschrey verschiedene Exponate zusammengestellt, die sich vor allem mit der massenhaften Video&#252;berwachung im &#246;ffentlichen Raum auseinandersetzen. 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