{"id":202,"date":"2007-10-06T22:06:12","date_gmt":"2007-10-06T21:06:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.daten-speicherung.de\/index.php\/von-linksextremisten-und-buergerrechtlern\/"},"modified":"2007-10-06T22:06:12","modified_gmt":"2007-10-06T21:06:12","slug":"von-linksextremisten-und-buergerrechtlern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.daten-speicherung.de\/index.php\/von-linksextremisten-und-buergerrechtlern\/","title":{"rendered":"Von Linksextremisten und B&#252;rgerrechtlern"},"content":{"rendered":"<p>Einiges Aufsehen erregte vor einiger Zeit die folgende Passage des <a href=\"http:\/\/www.verfassungsschutz.de\/download\/SHOW\/vsbericht_2006.pdf\">T&#228;tigkeitsberichts<\/a> des Bundesamts f&#252;r Verfassungsschutz f&#252;r 2006:<\/p>\n<blockquote><p>Linksextremisten werten die Versch&#228;rfung der Sicherheitsgesetze nach den Terroranschl&#228;gen vom 11. September 2001 als eine neue Qualit&#228;t \u201estaatlicher Repression\u201c. Sie nehmen auch die Sicherheitsma&#223;nahmen zur Fu&#223;ballweltmeisterschaft 2006 und zum bevorstehenden G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm [&#8230;] zum Anlass, den aus ihrer Sicht permanenten Ausbau des &#220;berwachungsstaates und die repressive Wirkung der dabei eingesetzten neuen Technologien anzuprangern, wie zum Beispiel RFID-Chips, Gen- und biometrische Datenbanken oder Kamera&#252;berwachung &#246;ffentlicher Pl&#228;tze.<\/p><\/blockquote>\n<p>B&#252;rgerrechtler und Netzaktivisten emp&#246;rten sich &#252;ber diese Formulierung, weil auch sie diese Entwicklungen kritisieren, ohne aber Linksextremisten zu sein. Hier zeigt sich, dass es gemeinsame Ber&#252;hrungspunkte zwischen der Agenda von B&#252;rgerrechtlern und Linksextremisten gibt.<\/p>\n<p><strong>Gemeinsame Ber&#252;hrungspunkte<\/strong><\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit dem G8-Gipfel in Heiligendamm kam es etwa zu Ermittlungs- und &#220;berwachungsma&#223;nahmen, die von beiden Gruppen kritisiert wurden, z.B. Hausdurchsuchungen wegen des Verdachts einer terroristischen Vereinigung, die ohne Ergebnis blieben, Briefkontrollen, Geruchsprobenentnahmen, Einsatz von Tornado-Flugzeugen der Bundeswehr. B&#252;rgerrechtler &#228;u&#223;erten sich allerdings differenziert und lehnten nur exzessive Ma&#223;nahmen ab, w&#228;hrend sie berechtigten Ermittlungs- und Sicherheitsma&#223;nahmen aufgrund konkreter Anhaltspunkte zustimmten. Auch das Bundesverfassungsgericht hat das weitr&#228;umige Demonstrationsverbot f&#252;r rechtm&#228;&#223;ig erkl&#228;rt, nachdem es zu schwerwiegenden <a href=\"http:\/\/www1.ndr.de\/nachrichten\/g8\/krawallurteil2.html\">Ausschreitungen<\/a> von Seiten linksextremistischer Demonstrationsteilnehmer gekommen war.<\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit der Festnahme des Berliner Wissenschaftlers Andrej H. sowie weiterer drei Personen wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung kam es wiederum zu Aufrufen, die teilweise gemeinsam von Wissenschaftlern und Linksextremisten unterst&#252;tzt wurden. Den Wissenschaftlern ging es um den Soziologen Andrej H., der unter anderem mit der Begr&#252;ndung inhaftiert worden war, in Bekennerschreiben der &#8222;militanten gruppe&#8220; seien &#228;hnliche Worte verwendet worden wie in wissenschaftlichen Arbeiten des festgenommenen Sozialwissenschaftlers. B&#252;rgerrechtler teilten diese Sorge und kritisierten teilweise auch den <a href=\"http:\/\/dejure.org\/gesetze\/StGB\/129a.html\" title=\"&sect; 129a StGB: Bildung terroristischer Vereinigungen\">\u00a7 129a StGB<\/a> (Strafbarkeit terroristischer Vereinigungen) selbst, der von den Beh&#246;rden vor allem als Ermittlungsinstrument genutzt wird. 90% der Verfahren nach dieser Vorschrift werden ohne Verurteilung eingestellt. Die Linksextremisten gingen dagegen sehr viel weiter und <a href=\"http:\/\/einstellung.so36.net\">forderten<\/a> etwa die Freilassung auch der anderen drei festgenommenen Personen, obwohl diese unstreitig auf frischer Tat dabei festgenommen wurden, Brands&#228;tze an Fahrzeugen der Bundeswehr anzubringen. Schon im letzten Jahr gab es linksextremistische Anschl&#228;ge auf Fahrzeuge und Geb&#228;ude staatlicher Stellen und von Wirtschaftsunternehmen.<\/p>\n<p>&#220;ber 50 Organisationen aus allen Bereichen der Zivilgesellschaft riefen im Herbst zu einer <a href=\"http:\/\/www.freiheitstattangst.de\">Demonstration<\/a> &#8222;Freiheit statt Angst &#8211; Stoppt den &#220;berwachungswahn!&#8220; auf, auf der 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegen die exzessive Datensammlung und &#220;berwachung in Wirtschaft und Staat demonstrierten. Linksextremistische Gruppierungen ver&#246;ffentlichten unter dem Titel &#8222;Kein Friede mit dem deutschen Polizeistaat&#8220; einen eigenen <a href=\"http:\/\/keinfriede.blogsport.de\/2007\/08\/16\/no-justice-no-peace-kein-friede-mit-dem-deutschen-polizeistaat\/\">Aufruf<\/a> zu der Demonstration, dem 1.000-<a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/09-24\/034.php\">2.000<\/a> Personen folgten. In diesem Aufruf wurden die Berliner Brandanschl&#228;ge verharmlost und wiederum die Freilassung der T&#228;ter sowie &#8222;aller politischer Gefangener&#8220; einschlie&#223;lich der &#8222;Gefangenen aus der RAF&#8220; gefordert.<\/p>\n<p><strong>M&#246;gliche Zusammenarbeit<\/strong><\/p>\n<p>Sowohl unter den Linksextremisten wie unter den B&#252;rgerrechtlern gibt es Personen, die eine &#8211; zumindest &#8222;taktische&#8220; &#8211; Zusammenarbeit bef&#252;rworten. Oft werden gemeinsame Ziele und Kritikpunkte im Bereich staatlicher Sicherheits- und &#220;berwachungsma&#223;nahmen angef&#252;hrt. Es wird auf eine Ausdehnung der Unterst&#252;tzerbasis gehofft, Begriffe wie &#8222;ziviler Ungehorsam&#8220; oder gar das in <a href=\"http:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/20.html\" title=\"Art. 20 GG\">Artikel 20<\/a> des Grundgesetzes festgelegte Widerstandsrecht angef&#252;hrt.<\/p>\n<p>Aus Sicht der meisten Linksextremisten betrifft die Kritik von B&#252;rgerrechtlern dagegen nur &#8222;einzelne Ausw&#252;chse&#8220; eines &#8222;korrupten Staates&#8220;, den sie insgesamt ablehnen. Die Ursache liege im System, also in dem, was wir parlamentarische Demokratie, Rechtsstaat und freiheitlich-demokratische Grundordnung nennen. Vonn&#246;ten sei eine Revolution. Der &#8222;Kapitalismus&#8220; m&#252;sse &#8222;zerschlagen&#8220; werden. An B&#252;rgerrechtlern wird kritisiert, sie w&#252;rden um den Schutz der Freiheitsrechte &#8222;betteln&#8220;, anstatt sie sich zu &#8222;erk&#228;mpfen&#8220; oder &#8222;einfach zu nehmen&#8220;, was ihnen zustehe. B&#252;rgerrechtler seien naiv, blind f&#252;r die eigentlichen Ursachen der staatlichen Repression und erreichten ohnehin nichts, so die Kritik der Linksextremisten.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund der genannten Differenzen stellt sich die Frage, ob es eine Zusammenarbeit von B&#252;rgerrechtlern und Linksextremisten &#252;berhaupt geben kann.<\/p>\n<p>Die Datenschutz- und B&#252;rgerrechtsbewegung versteht sich grunds&#228;tzlich als politisch neutral und vereinigt Menschen unterschiedlichster politischer &#220;berzeugung. Auf der Berliner Demonstration &#8222;Freiheit statt Angst&#8220; demonstrierten etwa Jungliberale ebenso wie Anh&#228;nger der Partei Die Linke. Auch wer seiner politischen &#220;berzeugung nach eine sozialistische, kommunistische oder anarchistische Gesellschaft anstrebt, kann sich in der B&#252;rgerrechtsbewegung engagieren. Diese weist stets darauf hin, dass die Freiheitsrechte die gemeinsame Grundlage f&#252;r jedes friedliche Zusammenleben und f&#252;r jede Verbesserung unserer Gesellschaft bilden. Deswegen m&#252;ssten sich Menschen jeder politischen &#220;berzeugung f&#252;r ihren Erhalt einsetzen. Auch das Bundesverfassungsgericht stuft nur solche Gruppierungen als verfassungsfeindlich ein, die aggressiv-k&#228;mpferisch gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung agieren. Wer dagegen auf friedlichem und demokratischem Wege eine andere Ordnung anstrebt, ist in unserem Land frei, das zu tun.<\/p>\n<p>B&#252;rgerrechtler setzen sich traditionell besonders f&#252;r die Rechte von Minderheiten ein, zu denen auch die Anh&#228;nger politisch extremer Meinungen geh&#246;ren. B&#252;rgerrechtler verteidigen Grundrechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit auch f&#252;r Extremisten, f&#252;r Links- wie <a href=\"http:\/\/www.rolf-goessner.de\/RechterRand%20Inr%207-04.htm\">f&#252;r Rechtsextremisten<\/a>. Der konsequente Einsatz f&#252;r die B&#252;rgerrechte macht schon deshalb Sinn, weil Ma&#223;nahmen, die der Staat an Nichtdeutschen, Extremisten, Muslimen, Fu&#223;ballfans usw. austestet, erfahrungsgem&#228;&#223; mit der Zeit immer h&#228;ufiger und gegen immer mehr Gruppen eingesetzt werden. B&#252;rgerrechtler setzen sich auch f&#252;r die Wahrung der Rechte von Straft&#228;tern und Terroristen ein.<\/p>\n<p>Wenn wir uns daf&#252;r einsetzen, dass die allgemeinen Grund- und Freiheitsrechte auch f&#252;r solche Personen und Gruppierungen zu gelten haben, bedeutet das allerdings nicht, dass wir ihre Ziele teilen. Wir sind lediglich der &#220;berzeugung, dass es grunds&#228;tzlich der politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung &#252;berlassen bleiben soll, die Ziele dieser Gruppierungen zu diskutieren. Dies ist auch politisch die richtige Strategie, weil nur in der offenen Auseinandersetzung die Anh&#228;nger dieser Gruppierungen eines besseren &#252;berzeugt und ihre Argumente entkr&#228;ftet werden k&#246;nnen. Dass Extremisten in Deutschland eine &#8211; auch im europ&#228;ischen Vergleich &#8211; eher kleine Minderheit stellen, zeigt, dass diese Strategie im gro&#223;en und ganzen funktioniert. Jedenfalls funktioniert sie besser als mit Verboten zu arbeiten, die lediglich dazu f&#252;hren, dass die entsprechenden Gruppierungen im Untergrund weiter arbeiten und sich weiter radikalisieren.<\/p>\n<p>Was speziell Linksextremisten angeht, haben die meisten Menschen selbst genug Formen des &#8222;real existierenden Sozialismus&#8220; oder Kommunismus erlebt, um zu wissen, wie es um die Freiheitsrechte der B&#252;rger solcher Staaten bestellt ist. Es ist noch nicht lange her, dass B&#252;rgerrechtler und Kritiker in Stasi-Gef&#228;ngnissen einsa&#223;en und Fl&#252;chtlinge an der Mauer erschossen wurden. Und was im &#8222;modernen&#8220; Kommunismus an der Tagesordnung ist, l&#228;sst sich an dem Schicksal von Regierungskritikern und Bloggern in China ablesen. Solche Beispiele wirken besser als jedes staatliche Verbot.<\/p>\n<p><strong>Grenze der Zusammenarbeit  <\/strong><\/p>\n<p>Der entscheidende Unterschied zwischen den politisch neutralen B&#252;rgerrechtsgruppen und Linksextremisten liegt nicht in ihren Zielen, sondern in den Methoden, deren Einsatz f&#252;r legitim gehalten wird, um diese zu erreichen. Hier muss jenseits aller politischen Neutralit&#228;t eine Grenze der Zusammenarbeit gezogen werden, die einen offenen und unbefangenen Diskurs &#252;berhaupt erst erm&#246;glicht. Auf der Webseite des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung <a href=\"http:\/\/www.vorratsdatenspeicherung.de\/content\/view\/13\/37\/lang,de\/\">hei&#223;t<\/a> es dazu etwa:<\/p>\n<blockquote><p>Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung ist politisch unabh&#228;ngig und &#252;berparteilich. Wir distanzieren uns jedoch ausdr&#252;cklich von menschenverachtenden, gewaltbereiten und demokratiefeindlichen Positionen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Anhand der drei Merkmale &#8222;menschenverachtend, gewaltbereit und demokratiefeindlich&#8220; lassen sich recht gut die Grenzen einer m&#246;glichen Zusammenarbeit darstellen:<\/p>\n<ul>\n<li>Eine menschenverachtende Position liegt vor, wenn die T&#246;tung von Personen als legitimes Mittel zur Erreichung politischer Zwecke angesehen wird, wie es etwa bei der RAF der Fall war. Aktuell fordern Linksextremisten die Freilassung von RAF-Mitgliedern, wobei es ihnen nicht um die Frage einer angemessenen Haftdauer geht, sondern um &#8222;Freiheit f&#252;r alle politischen Gefangenen&#8220;. Sie akzeptieren die Bestrafung selbst schwerster politisch motivierter Straftaten nicht.<\/li>\n<li>Demokratiefeindlich ist die Position der Linksextremisten, wo sie eine &#8222;revolution&#228;re Umw&#228;lzung&#8220; des bestehenden Systems fordern, um an seiner Stelle ein ihren Zielen entsprechendes System zu installieren. Das Wort &#8222;Revolution&#8220; definiert Langenscheidts <a href=\"http:\/\/services.langenscheidt.de\/fremdwb\/fremdwb.html\">Fremdw&#246;rterbuch<\/a> in seiner Hauptbedeutung als &#8222;gewaltsamer Umsturz einer politischen Ordnung, eines Systems&#8220;. Wenn man gr&#246;&#223;ere Gruppen von Linksextremisten beobachtet, best&#228;tigt sich, dass nicht etwa eine &#8222;friedliche Revolution&#8220; gemeint ist, sondern tats&#228;chlich ein Umsturz, und zwar auch gegen den Willen der angeblich b&#252;rgerlichen oder &#8222;rechten&#8220; Bev&#246;lkerung. Es soll den Menschen ohne demokratisches Mitspracherecht gewaltsam eine andere Staats- und Gesellschaftsordnung aufgezwungen werden.<\/li>\n<li>Gewaltbereit ist die Position der Linksextremisten schlie&#223;lich, wo sie zumindest die Zerst&#246;rung von Sachen als legitimes Mittel zur Erreichung ihrer Ziele ansehen, etwa Anschl&#228;ge auf Staatseigentum oder Sachen von Wirtschaftsunternehmen. Linksextremisten akzeptieren nicht das Gewaltmonopol des Staates. Das Gewaltmonopol ist laut <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gewaltmonopol\">Wikipedia<\/a> ein Grundprinzip moderner Staaten und besagt, dass ausschlie&#223;lich staatliche Organe physische Gewalt anwenden d&#252;rfen. Es handelt sich um einen Grundkonsens zur Sicherung von Frieden und Freiheit in unserer Gesellschaft, der von Linksextremisten nicht geteilt wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit dem Begriff des &#8222;zivilen Ungehorsams&#8220; lassen sich die Methoden der Linksextremisten nicht rechtfertigen. Dieses Wort meint n&#228;mlich nur gewaltfreien Ungehorsam (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ziviler_Ungehorsam\">Wikipedia<\/a>). Gandhi beispielsweise hat f&#252;r den Protest gegen die britische Besatzung festgelegt, dass zivil Ungehorsame sich passiv zu verhalten haben, Festnahmen und sonstige polizeiliche Ma&#223;nahmen zu erdulden haben. Sie hatten sogar Mitglieder der britischen Besatzungsmacht ihrerseits von Beleidigungen und Angriffen zu sch&#252;tzen. Der zivile Ungehorsam hat mit den von Linksextremisten gebilligten Methoden also nichts gemein.<\/p>\n<p>Ebenfalls fehl geht der Hinweis auf das Widerstandsrecht nach <a href=\"http:\/\/dejure.org\/gesetze\/GG\/20.html\" title=\"Art. 20 GG\">Artikel 20 Absatz 4 GG<\/a>. Dieses setzt n&#228;mlich einen Verfassungsversto&#223; voraus, gegen den andere Abhilfe nicht m&#246;glich ist. Wenn der Staat in die Freiheitsrechte der B&#252;rger eingreift, wird oft schon die erste Voraussetzung fehlen, denn Grundrechtseingriffe sind in einem gewissen Umfang gerechtfertigt. Vor allem aber kann das Widerstandsrecht solange nicht aktiviert werden, wie die Gerichte und speziell das Bundesverfassungsgericht bestehen, weil diese stets legale und friedliche Abhilfe gegen Grundrechtsverletzungen erm&#246;glichen.<\/p>\n<p><strong>Schlussfolgerung<\/strong><\/p>\n<p>Bei aller Kritik an staatlichen Sicherheitsexzessen, an der zunehmend allgegenw&#228;rtigen &#220;berwachung, aber auch an Auslandseins&#228;tzen der Bundeswehr gegen den Willen der betroffenen Bev&#246;lkerung: Keiner dieser Missst&#228;nde kann eine Rechtfertigung bilden f&#252;r die Anwendung von Gewalt. Auch ohne &#252;berzogene Sicherheitsgesetze h&#228;tten die T&#228;ter politisch motivierter Gewalttaten ihre gerechte Strafe zu erwarten. Denn genauso wie der Einsatz verfassungswidriger Mittel f&#252;r den Staat selbst zu den edelsten Zwecken tabu ist, ist f&#252;r politische Gruppierungen und ihre Anh&#228;nger jedwede Anwendung von Gewalt tabu. Gewalt anzuwenden, ist im &#220;brigen auch dumm und kontraproduktiv, weil solche Taten von Sicherheitspolitikern gerade zur Legitimierung ihrer Kontrollexzesse genutzt werden und zu weiteren Versch&#228;rfungen der von uns zurecht beklagten Sicherheits- und &#220;berwachungsgesetze f&#252;hren. Die Menschen wollen keine Gewalt durch Linksextremisten. Man kann Unrecht nicht mit Unrecht bek&#228;mpfen.<\/p>\n<p>Eine Zusammenarbeit zwischen solchen Linksextremisten und B&#252;rgerrechtlern kann es daher nicht geben. Soweit teilweise gemeinsame Ziele zu existieren scheinen, stellen diese f&#252;r Linksextremisten nur kurzfristige Zwischenziele dar. B&#252;rgerrechtliche Plattformen werden letztlich dazu ausgenutzt, um eigene, ganz andere Ziele zu propagieren. Die Hoffnung einiger B&#252;rgerrechtler, durch eine Zusammenarbeit mit Linksextremisten ihre Unterst&#252;tzerbasis st&#228;rken zu k&#246;nnen, tr&#252;gt. Denn eine solche Zusammenarbeit hat unweigerlich den Verlust von Unterst&#252;tzung aus der Mitte der Gesellschaft zur Folge und damit auch den Verlust der M&#246;glichkeit, wirklich etwas ver&#228;ndern und bewegen zu k&#246;nnen.<\/p>\n<p>Falsch ist aber auch der Vorwurf der Extremisten, B&#252;rgerrechtler w&#252;rden nichts erreichen. In Wahrheit sind es die Extremisten, deren Gewalttaten die Menschen niemals von ihren Zielen &#252;berzeugen werden, sondern stattdessen nur zu noch mehr Repression f&#252;hren. Alleine die langfristige Bildungs- und &#220;berzeugungsarbeit von B&#252;rgerrechtsorganisationen erm&#246;glicht es, die Sicherheitspolitik nachhaltig zu beeinflussen und zu ver&#228;ndern. Begegnungen mit Politikerinnen und Politikern machen immer wieder deutlich, wie sehr sie Frauen und M&#228;nner &#8222;des Volkes&#8220; sind und die Ansichten der Mehrheit ihrer W&#228;hlerinnen und W&#228;hler teilen. Solange also die Mehrheit der B&#252;rgerinnen und B&#252;rger hinter weiteren Versch&#228;rfungen der Sicherheitsgesetze steht, wird sich auch die Meinung der Abgeordneten dazu nicht &#228;ndern. Die Menschen zu &#252;berzeugen, ist der Schl&#252;ssel zum Erfolg, nicht eine Zusammenarbeit mit Linksextremisten.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einiges Aufsehen erregte vor einiger Zeit die folgende Passage des T&#228;tigkeitsberichts des Bundesamts f&#252;r Verfassungsschutz f&#252;r 2006: Linksextremisten werten die Versch&#228;rfung der Sicherheitsgesetze nach den Terroranschl&#228;gen vom 11. September 2001 als eine neue Qualit&#228;t \u201estaatlicher Repression\u201c. 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