{"id":260,"date":"2008-06-01T19:29:42","date_gmt":"2008-06-01T17:29:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.daten-speicherung.de\/?p=260"},"modified":"2011-01-09T13:53:25","modified_gmt":"2011-01-09T11:53:25","slug":"umfrage-datenschutz-vordringlicher-als-innere-sicherheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.daten-speicherung.de\/index.php\/umfrage-datenschutz-vordringlicher-als-innere-sicherheit\/","title":{"rendered":"Umfrage: Datenschutz vordringlicher als innere Sicherheit [erg&#228;nzt am 09.01.2011]"},"content":{"rendered":"<p>Eine <a href=\"http:\/\/www.unisyssecurityindex.com\/resources\/reports\/germany-security-index-apr%203-08.pdf\">Umfrage<\/a> im Auftrag von Unisys vom 02.04.2008 gibt wichtige Aufschl&#252;sse &#252;ber das Sicherheitsgef&#252;hl der Deutschen und ihre Priorit&#228;tensetzung.<\/p>\n<p>Um ihre <strong>pers&#246;nliche Sicherheit<\/strong> in den n&#228;chsten sechs Monaten waren nur 27% der befragten Deutschen sehr besorgt (Vorjahr: 23%). 43% waren etwas besorgt, 29% nicht besorgt. Im internationalen Vergleich ist die Besorgnis eher gering. Junge Leute (18-24 Jahre) und &#228;rmere Menschen (Monatseinkommen unter 1.000 Euro) sorgten sich erheblich h&#228;ufiger um ihre Sicherheit.<\/p>\n<p>Auf die Frage nach der <strong>Sicherheitslage <\/strong>in Deutschland insgesamt zeigten sich 54% der befragten Deutschen sehr besorgt (Vorjahr: 50%). 34% waren etwas besorgt, 11% nicht besorgt. Im internationalen Vergleich liegen diese Werte im Durchschnitt, im europ&#228;ischen Vergleich indes &#252;berdurchschnittlich hoch. &#196;ltere Menschen (ab 55 Jahre) waren besorgter um die allgemeine Sicherheitslage als j&#252;ngere, &#228;rmere besorgter als reichere und Frauen besorgter als M&#228;nner.<\/p>\n<p>In &#220;bereinstimmung mit einer neuerlichen <a href=\"http:\/\/www.daten-speicherung.de\/index.php\/umfrage-deutsche-alarmiert-ueber-grundrechteabbau\/\">EU-Studie<\/a> zeigten sich 78% der Befragten sehr besorgt um die Gefahr eines illegalen Zugriffs auf oder eines Missbrauchs ihrer pers&#246;nlichen Daten (Vorjahr: 78%). Nur 21% machten sich kaum oder keine Sorgen deswegen. Im Vergleich zu den anderen abgefragten Risiken und auch im internationalen Vergleich ist die Sorge um den <strong>Datenschutz <\/strong>hierzulande am gr&#246;&#223;ten.<\/p>\n<p>Das Risiko eines Missbrauchs von <strong>Bank- oder Kreditkarten <\/strong>macht 72% der Befragten Sorgen, w&#228;hrend 27% wenig oder nicht besorgt sind.<\/p>\n<p>Insgesamt gesehen machen sich die Deutschen &#252;berduchschnittlich viele Sorgen (Rang 3 von 11 weltweit). Es &#228;u&#223;erten mehr als doppelt so viele Menschen Sorgen wie in Frankreich.<\/p>\n<p><strong>Bewertung<\/strong><\/p>\n<p>Die Antworten im Bereich der physischen Sicherheit entsprechen dem <a href=\"http:\/\/www.daten-speicherung.de\/index.php\/kriminalitaet-die-buerger-haben-andere-sorgen-zur-inneren-unsicherheit-in-deutschland\/\">bekannten<\/a> Ph&#228;nomen, wonach das pers&#246;nliche Sicherheitsrisiko leicht, das allgemeine Sicherheitsrisiko aber weit &#252;bersch&#228;tzt wird. Die Ursache liegt darin, dass die Medien &#8211; insbesondere Boulevardzeitungen und Privatfernsehen &#8211; und die Politik der Kriminalit&#228;t &#252;berproportional viel Aufmerksamkeit widmen, so dass ein falscher Eindruck hinsichtlich des objektiven Kriminalit&#228;tsrisikos entsteht.<\/p>\n<p>Die Antworten im Bereich des Datenschutzes d&#252;rften Datensch&#252;tzer und B&#252;rgerrechtler freuen. Die Deutschen sind sich der Gefahren um die Sicherheit ihrer Daten bewusst. Hierzu k&#246;nnen Aktionen der B&#252;rgerrechtler, die zahlreichen Skandale der letzten Zeit oder auch die Exzesse der uners&#228;ttlichen Innenpolitik beigetragen haben.<\/p>\n<p>Besonders erfreulich ist der Nachweis, dass die Deutschen den Schutz ihrer Daten inzwischen f&#252;r weitaus problematischer halten (78%) als die Kriminalit&#228;tslage (54%). Wenn die Politik dieser Priorit&#228;tensetzung weiterhin keine Rechnung tr&#228;gt und ihre Pl&#228;ne zur weiteren Erfassung der B&#252;rger unbeirrt voran treibt, d&#252;rfte sich dies f&#252;r die Staatsparteien bei den n&#228;chsten Wahlen schmerzhaft bemerkbar machen. In Schleswig-Holstein hatten diese Parteien bereits erhebliche Verluste zu verzeichnen, in Bayern zeichnet sich &#196;hnliches ab. Dass gleichzeitig freiheitsfreundlichere und &#252;berwachungskritischere Kr&#228;fte Auftrieb erhalten, ist erfreulich und auch bitter n&#246;tig.<\/p>\n<p>Erg&#228;nzung vom 09.01.2011:<\/p>\n<p>Auf die Frage, was der Staat verst&#228;rkt zur Kriminalit&#228;tsbek&#228;mpfung tun m&#252;sste, wurde 2009 vor allem eine h&#246;here Polizeipr&#228;senz (ca. 37%) und h&#228;rtere Strafen (ca. 35%) <a href=\"http:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/152482\/umfrage\/meinung-ueber-staatliche-massnahmen-zur-bekaempfung-der-kriminalitaet\/\">genannt<\/a>, mehr &#220;berwachung nur von ca. 8% der Befragten f&#252;r sinnvoll erachtet.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Umfrage im Auftrag von Unisys vom 02.04.2008 gibt wichtige Aufschl&#252;sse &#252;ber das Sicherheitsgef&#252;hl der Deutschen und ihre Priorit&#228;tensetzung. 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